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Forschung

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Profil

Das MAZEM erforscht die folgenden Bereiche von Mehrsprachigkeit und Spracherwerb:

  • Erwerbsverläufe im kindlichen und erwachsenen Zweitspracherwerb des Deutschen
  • Psycholinguistik der Mehrsprachigkeit
  • Sprachtestung im Bereich Zweit-, Fremd- und Fachspracherwerb
  • Sprachförderung mit sprachwissenschaftlichem Hintergrund

 

Projekte

Erwerbsverläufe im kindlichen und erwachsenen Zweitspracherwerb des Deutschen

Um den Einfluss des Lerneralters beim Zweitsprachenerwerb zu untersuchen, werden am MAZEM und dem Lehrstuhl für Anglistische Linguistik mehrere Längsschnitt- und Querschnittsstudien zum kindlichen Zweitspracherwerb und erwachsenen Fremdsprachenlernen des Deutschen durchgeführt. Dabei steht die Frage im Vordergrund, inwieweit der Verlauf der sprachlichen Entwicklung von Kindern, die eine  Zweitsprache ab dem Alter von 3 Jahren erlernen, dem kindlichen Erstspracherwerb oder dem erwachsenen Fremdspracherwerb ähnelt. Die Erforschung von Parallelen der Erwerbsverfläufe erlaubt es, Aufschluss über die kognitiven Lernmechanismen zu erlangen, die ggf. den (früh-)kindlichen und den erwachsenen Fremdsprachenerwerb unterscheiden.

Ausgewählte aktuelle Veröffentlichungen in diesem Gebiet sind:

Thoma, Dieter & Tracy, Rosemarie. (2006). "Deutsch als frühe Zeitsprache: zweite Erstsprache?" In: Ahrenholz, Bernt (Ed.). Kinder mit Migrationshintergrund: Spracherwerb und Fördermöglichkeiten. Freiburg: Fillibach.

Tracy, Rosemarie (2008). Wie Kinder Sprachen lernen - Und wie wir sie dabei unterstützen können. Tübingen: Narr.

Tracy, Rosemarie & Thoma, Dieter. (im Erscheinen). "Convergence on finite V2 clauses in L1, bilingual L1 and early L2 acquisition." In: Jordens, Peter & Dimroth, Christine (Eds.). Functional elements: variation in learner systems. Studies on Language Acquisition (SOLA). Berlin & New York: Mouton de Gruyter.

Psycholinguistik der Mehrsprachigkeit

Im Bereich der Psycholinguistik untersuchen wir am MAZEM, ob die kognitiven Prozesse, die bei der Produktion und dem Verständnis einer Zweitsprache ablaufen, die gleichen sind wie in der Muttersprache, oder ob sich die Mechanismen oder der zeitliche Verlauf unterscheidet. Vorrangig ist hierbei die Frage, inwieweit die Erstsprache eines Zweitsprachlerners die Art und den Erfolg im Lernen und Verstehen einer Zweitsprache beeinflusst (Transfer). Dabei setzen wir in unserem Experimentallabor moderne psycholinguistische Methoden wie Reaktionszeitmessungen und Blickbewegungsmessungen (Eyetracking) ein.

Ausgewählte aktuelle Veröffentlichungen in diesem Gebiet sind:

Holger Hopp (2011) "Internal and external factors in the child L2 development of the German determiner phrase." Linguistic Approaches to Bilingualism 1(3): 238-264.

Holger Hopp & Monika S. Schmid (2011) "Perceived foreign accent in L1 attrition and L2 acquisition: The impact of age of acquisition and bilingualism." Applied Psycholinguistics. DOI: 10.1017/S0142716411000737

Holger Hopp (2011) "Extended patterns and computational complexity." Linguistic Approaches to Bilingualism 1(1): 43-47.

Hopp, Holger. (2009). "Ultimate attainment in L2 inflectional morphology: Performance similarities between non-native and native speakers." Lingua.

Sprachtestung im Bereich Zweit-, Fremd- und Fachsprachenerwerb

Am MAZEM wird erforscht, welche kognitiven und metakognitiven Prozesse bei der Entwicklung und Durchführung von Spracheignungs- und Sprachkompetenztests eine Rolle spielen und inwieweit diese modelliert werden können. Dabei liegt der Fokus sowohl auf genereller Kompetenz in der Zweit- oder Fremdsprache wie auch auf spezialsprachlichen Bereichen, z.B. Business English.

Ausgewählte aktuelle Veröffentlichungen in diesem Gebiet sind:

Thoma, D., Ofner, D., Seybel, C., & Tracy, R. (2011). Professionalisierung in der Frühpädagogik: Eine Pilotstudie zur Sprachförderkompetenz. Frühe Bildung, 0(0), 31-36.

Thoma, D. (2011). Guessing and risk attitude in L2 vocabulary tests. EUROSLA Yearbook, 11, 53-74.

Schulz, Petra, Tracy, Rosemarie & Wenzel, Ramona. (2008). "Entwicklung eines Instruments zur Sprachstandsdiagnose von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache: Theoretische Grundlagen und erste Ergebnisse." In: Ahrenholz, B. (Ed.), Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund – Empirische Befunde und Forschungsdesiderate, Freibug i.Br.: Fillibach

 

Sprachförderung mit sprachwissenschaftlichem Hintergrund

Im Bereich der Sprachförderung wird am MAZEM erforscht, wie sprachwissenschaftliches Grundlagenwissen und Forschungserkenntnisse im Bereich Mehrsprachigkeit in die Konzeption und Umsetzung von Sprachförderprogrammen für Kinder und Erwachsene mit und ohne Migrationshintergrund einfließen können.

Ausgewählte aktuelle Veröffentlichungen in diesem Gebiet sind:

Holger Hopp, Dieter Thoma & Rosemarie Tracy (2010) "Sprachförderkompetenz pädagogischer Fachkräfte: Ein sprachwissenschaftliches Modell." Zeitschrift für Erziehungswissenschaft 13(4): 609-629.

Tracy, Rosemarie (2008). Wie Kinder Sprachen lernen - Und wie wir sie dabei unterstützen können. Tübingen: Narr.